Die Politik in NRW will den Bau von Radwegen auf alten Eisenbahnen fördern. Der Radverkehr ist ja gut, aber zulasten der umweltfreundlichen Schiene sollte dieser nicht ausgebaut werden. Hier kann die ÖDP in der Öffentlichkeit gut auftreten und für den Fortbestand von Bahntrassen als Bahnstrecken auftreten. Oft entsteht ja eine Radwegeuphorie, wenn es darum geht, Bahntrassen in Radwege umzubauen. Und solche Radwege sind ja auch für sich betrachtet etwas sehr schönes. Aber die Mittel für den Umbau, die könnten auch genutzt werden, um die Bahnstrecken zu erhalten. Denn, wenn plötzlich ein Unternehmer dringend die Schiene braucht, dann müßte der schöne Radweg beseitigt werden (schade um das darein investierte Geld) oder das Unternehmen abwandern (Arbeitsplätze und Steuergelder ade!).Radwege sollten da ausgebaut werden, wo diese dauerhaft erhalten bleiben können und Bahntrassen sollten Stück für Stück reaktiviert werden. Das im Moment die Politik für Reaktivierungen im täglichen Personenverkehr nicht günstig ist, kann schon in wenigen Jahren ganz anders aussehen. Und deshalb sollte weitsichtige Politik alle Bahnstrecken als Eisenbahn erhalten. siehe auch: www.pro-bahn.de/links/index.html .
Hier mein Leserbrief vom März 08 zur Situation in Wuppertal wo die www.wuppertalbewegung.de eine große Kampagne pro Radweg auf der Nordbahn führt:
Landesverkehrsminister Oliver Wittke ( www.cdu-nrw.de ) will 8,5 Mio. Euro locker machen, damit in Wuppertal ein Radweg auf der Trasse der Rheinischen Eisenbahn/ Wuppertaler Nordbahn entsteht ( www.bahnen-wuppertal.de bietet Infos zu der Strecke). Hat er die Mahnung von Dr. Helmut Kohl vergessen, der vor Jahren davor warnte, Deutschland lediglich als Freizeitpark zu sehen? Eine für den Personen- und Güterverkehr reaktivierte Nordbahn würde sowohl dem innerstädtischen Nahverkehr als auch den Verkehr mit Mettmann- Düsseldorf- Neuss (umsteigefrei) sowie Köln, Leverkusen, Solingen, essen und Bottrop (einmal umsteigen) dienen.
Immer mehr Unternehmen setzen wieder auf die Schiene. das dokumentiert
www.allianz-pro-schiene.de bzw.
www.allianz-pro-schiene.de/cms/upload/pdf-Dateien/Publikationen/Allianz_pro_Schiene-Mehr_Bahn_wagen.pdf
Die Bundespolitik fördert die Anlage und Reaktivierung von Gleisanschlüssen, welche es früher zahlreich an der Nordbahn gab
( http://de.wikipedia.org/wiki/Gleisanschluss )
Moderne Logistik mit Containern (http://www.containerserviceamladegleis.de ) erlaubt überall die Verknüpfung von LKW und Güterzug, auch für Unternehmen ohne Gleisanschluss. Privatbahnen bilden Netzwerke um gemeinsam attraktive Lösungen für Transporte auf der Schiene zu bieten: www.one-nrw.de/uns.html .
Ohne politische Förderung, gegen den noch immer andauernden intensiven Wiederstand der CDU auf allen Ebenen der Politik im Land hat es ein Verein geschafft, die www.wiehltalbahn.de im Süden des Oberbergischen Kreises ( www.obk.de ) zu reaktivieren. Was wäre also auf der Wuppertaler Nordbahn (und anderen für Radwege vorgesehenen Bahnstrecken!) möglich, könnte man hier die 8,5 Mio. Euro zusammen mit den Bundesmitteln für Gleisanschlüsse und das Engagement von privaten Bahnbetreibern, Unternehmen, Politik und Bahnfreunden für den Bahnerhalt nutzen?
Fahrradtourismus ist gerade in Wuppertal auf dem Talboden sinnvoll förderbar! Hier gibt es ebenfalls keine Steigungen und alle wesentlichen Attraktionen liegen im Tal (Fußgängerzonen, Museen, Zoo, Schwebebahn, Theater, Oper, ....). Es wäre für Wuppertal nicht gerade von Vorteil, auf der Nordbahntrasse eine Umgehungsstraße für Radfahrer anzulegen, damit diese ja nicht nach Wuppertal hereinfahren.
Statt die Radfahrer aus der Stadt herauszuhalten, ist es viel wichtiger, durch einen attraktiven öffentlichen Verkehr LKW- und PKW- Fahrten auf der Straße zu ersetzen! Das macht Wuppertal als Wirtschafts- und Lebensstandort attraktiv. wenn es für Unternehmen immer vorteilhafter wird, Güter auf die Bahn zu verladen, ist die Nordbahntrasse als Eisenbahn viel wichtiger, als ein Radweg! Nur florierende Unternehmen zahlen Steuern und schaffen Arbeitsplätze!
Ich habe kein Auto und fahre mit dem Fahrrad bis Düsseldorf, Bochum, Hagen, Köln, Solingen..... . Aber wo ein guter Schienenverkehr sinnvoll möglich ist, sollten Radwege nicht auf dessen Kosten angelegt werden.
Hinzu kommt bei der Nordbahn: Wie will man die soziale Sicherheit der zahlreichen Tunnel und Brücken sicherstellen? soll in jeden Tunnel ein ein Wachdienst abgestellt werden und sollen auf den Brücken engmaschige Drahtkäfige installiert werden, damit nichts von den Brücken auf Straßen und Häuser geworfen wird?
Muß gerade in dem Moment, wo sich eine Renaissance der Bahn abzeichnet in Wuppertal diese Infrastruktur weiter zerstört werden? Öl wird in Zukunft noch teurer werden, als heute ( www.peakoil.de ), so daß man in einigen Jahren für jeden Meter Gleis dankbar sein wird, den man nicht demontiert hat.
Abs.
Felix Staratschek
Freiligrathstr. 2
42477 Radevormwald
verkehrspolit. Sprecher der
http://oedp.de - Wuppertal/Bergisches Land