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Titel: "Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"     Vorheriger Beitrag | Nächster Beitrag
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Foren-Gruppen Wirtschaft & Soziales Wirtschaft & Soziales Beitrag Nr. 181
Beitrag Nr. 181
AlterDenker
Mit dabei seit 4-10-05
1 Beiträge
04-10-05, 00:04 Uhr (MEZ)
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"Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
   So gut wie alle Ökonomen verlangen von der Wirtschaft, dass sie wachse. Dies geschieht ganz gebetsmühlenartig und ist so etwas wie ein Dogma, das von Wirtschaftsleuten nicht hinterfragt wird.
Der normale Meschenverstand aber sagt jedem, dass es auf dieser Welt nichts gibt, das andauernd wachsen könnte.
Die Ökonomen hängen somit einer kollektiven Wahnidee an und das Frappierendeste ist, sie machen keinerlei Anstregungen, dieses ihr Dogma irgendwie wissenschaftlich analytisch zu durchleuchten.

Es ist nun zwar durchaus richtig, dass es derzeit erfahrungsgemäß immer ärgere Problem wie steigende Arbeitslosigkeit und Firmenzusammenbrüche gibt, wenn eine (kapitalistische) Wirtschaft einmal nicht wächst. Aber da muss doch irgendein Mechanismus dahinter stecken.

Diesen Mechanismus kann man erkennen, wenn man sich mit dem kapitalistischen Geldsystem auseindersetzt.
Die Erklärung des Phänomens "Wachstumszwang" ist dann die folgende:
Weil unser gegenwärtiges Geldsystem so konstruiert ist, dass zur Herbeischaffung von Geld immer Bankschulden gemacht werden müssen, und weil diese mit Zinsen belastet sind, ergibt sich daraus letztlich ein Schuldenwachstumszwang.
Wachsen die neuen Schulden nicht, können die alten plus Zinsen nicht zurückgezahlt werden. Immer mehr Firmen (und Private) machen dann notgedrungen Pleite und Arbeitsplätze sind vernichtet.

Solange wir dieses heutige Geldsystem verwenden, werden wir immer einen Zwang haben, die Schulden laufend zu erhöhen, was nur in einer wachsenden Wirtschaft realiter möglich ist.

Wenn wir die Umweltprobleme aber nachhaltig in den Griff bekommen wollen, dann muss das Wachstum gestoppt werden können.
Das aber ist mit dem derzeitigen Geldsystem nicht denkbar und innerhalb auch ohne starke soziale Auswirkungen nicht wünschenswert.
Wollen wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen, dann darf die Gelderzeugung nicht mehr über Bankkredit erfolgen. Nur so können wir die Umwelt retten. Unter Wachstumszwangbedingungen ist das nicht dauerhaft möglich.

A.D.
Systemanalytiker


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  RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?, Usul , 07-10-05, 03:20 Uhr, (1)
     RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?, Usul , 07-10-05, 03:25 Uhr, (2)
         Freiwirtschaft ökologisch notwendig, Usul , 16-04-06, 22:30 Uhr, (3)
             Die Zeit steht nicht still.., Usul , 23-04-06, 01:54 Uhr, (9)
     RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?, Claus1971, 17-04-06, 12:00 Uhr, (4)
         RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?, Usul , 18-04-06, 10:12 Uhr, (5)
  RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?, Martin Huber , 19-04-06, 08:47 Uhr, (6)
     Gewinnbeteiligung statt Zinsen, Usul , 22-04-06, 19:24 Uhr, (7)
         Es geht auch anders!, Usul , 22-04-06, 19:33 Uhr, (8)

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Usul
Gast in den ödp Forum
07-10-05, 03:20 Uhr (MEZ)
 
1. "RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
 
   Das sehe ich genauso!

Aber leider drückt sich die Führung der ÖDP ja vor dieser Erkenntnis.

Ohne Ausschaltung des Wachstumszwanges (der ständigen Verbrauch fossiler Ressourcen wie Öl, Gas, Kohle, Uran usw. beinhaltet, und weitere Automatisierungen erzwingt) kann es keinen wirksamen Umweltschutz als Schutz von Klima, Wasser, Luft, Boden sowie Vermeidung von weiterem Wälderverbrauch und Bodenversiegelung geben.

Der ständige Wachstumszwang der Wirtschaft samt Produktivitätssteigerungen ist aber klar durch zinsbelasteten Kredit als "Geldschöpfung aus dem Nichts" (nicht durch reale Produktivität gedeckt und vampirisch wirkend) und den exponentiellen Wachstumszwang durch den Zinsmechanismus im Geldsystem samt auf der Kapitalakkumulation folgenden Deflation bedingt!

Ich bin Mitglied im "Deutschen Freiwirtschaftsbund":

http://www.freiwirte.de/

Interessante Texte zur Thematik, neben Wörgl udn Wärra gab es auch auf der britischen Kanan-Insel Guernsey und in den Neuengland-Staaten vor der amerikanischen Revolution höchst erfolgreiche "Freigeld"- bzw. Schwundgeld-Systeme in der Neuzeit.

In der älteren Geschichte seit Friedrich Barbarossa mit seinem Bischof Wichmann und den Staufern bis ins 15 Jahrhundert hinein ca. 300 Jahre im "goldenen Mittelalter" (Brakteaten-Zeit).

Ferner im alten Ägypten und bei den Babyloniern im Zweistromland (durch Korn war die Währung gedeckt, was natürlich zu entsprechendem Wertschwund als Umlaufsicherung aufgrund der begrenzten Lagerfähigkeit des Getreides führte!)

Zudem gab es noch die zinsfrei arbeitenden katholischen Gemeinde-Sparkassen des 18. und 19. Jahrhunderts (im Besitz der Gemeinden und von diesen geführt!).


Grüsse

Usul


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Usul
Gast in den ödp Forum
07-10-05, 03:25 Uhr (MEZ)
 
2. "RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
 
   Freiwirtschaft in der politischen Ökonomie

http://www.mauspfeil.com/Freiwirtschaft.html


Grüsse

Usul


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Usul
Gast in den ödp Forum
16-04-06, 22:30 Uhr (MEZ)
 
3. "Freiwirtschaft ökologisch notwendig"
 
 
   Hallo!


http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22479/1.html

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Die reichen Länder sind die Schuldner der Welt
Florian Rötzer 16.04.2006

Mehrere Erden wären notwendig, wenn alle Menschen den Lebensstil der USA, Großbritanniens oder Deutschlands führen könnten
Es mag als seltsame Frage in einer globalisierten Welt erscheinen, in der die wechselseitige Abhängigkeit der Gesellschaften enorm zunimmt, inwieweit Länder unabhängig vom Rest der Welt mit ihren eigenen natürlichen Ressourcen zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards ihrer Bewohner auskommen. Dahinter steckt die Frage, ob die Menschheit, so wie sie derzeit lebt, einen Raubbau an der Erde betreibt oder so haushaltet, dass die natürlichen Ressourcen sich erholen und auch künftige Generationen von diesen leben können. Die Berechnung solcher Verbräuche und Ressourcen mag hochspekulativ sein, gleichwohl sind die Ergebnisse, die die New Economics Foundation (NEF) in ihrem Bericht The UK Interdependence Report vorgelegt hat, in ihrer Anschaulichkeit frappierend.
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http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=10260834&forum_id=96343
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Die reichen Länder sind die Schuldner der Welt
Florian Rötzer

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Leser-Feedback zum Beitrag
16. April 2006 23:10
nur Stellenweise?
waggis (699 Beiträge seit 9.6.04)

Beren schrieb am 16. April 2006 19:10

> Hast Du nachgerechnet? Immerhin versorgt China mit knapp 7% der
> Landfläche jeden fünften Erdbewohner mit Nahrung. Die Umweltbelastung
> ist stellenweise sicher enorm. Doch in ihrer Gesamtheit liegt sie
> weit hinter der Deutschlands. Und dabei haben wir nicht einmal ein
> Zehntel der Einwohner im Vergleich zu China.

Quelle: http://www.biologie.de/biowiki/Volksrepublik_China
Die Umweltverschmutzung in China hat zum Teil verheerende Ausmaße
angenommen. Je nach Studie befinden sich von den zehn schmutzigsten
Städten der Welt sieben bis neun in China. Durch den hohen Anteil von
Kohle als Brennstoff ist die Belastung mit Schwefeldioxid sehr hoch,
der Regen ist in weiten Teilen des Landes sauer. In den letzten
Jahren war der SO2-Ausstoß leicht rückläufig, wohingegen die
Belastung mit Stickoxiden, besonders aus dem Straßenverkehr, stark
zugenommen hat. Das Wachstumspotential an Fahrzeugen ist zudem sehr
hoch. Die Verschmutzung betrifft nicht nur die Städte, auch auf dem
Land wird der Umwelt schwerer Schaden zugefügt. Einerseits befanden
sich die boomenden TVEs die meiste Zeit außerhalb jeglicher
Kontrolle, andererseits wird in der Landwirtschaft die doppelte Menge
an Düngemitteln wie im Weltdurchschnitt verwendet. Das
Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die verschmutzten Äcker
genug Nahrungsmittel für etwa 65 Millionen Menschen liefern könnten.
Etwa die Hälfte der Flüsse ist so verschmutzt, dass sie nicht einmal
die niedrigsten chinesischen Umweltstandards einhalten und nicht
einmal zur Bewässerung benutzt werden können.
Mittlerweile ist China nach den USA der weltweit größte Produzent von
Treibhausgasen, wobei es beim Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen
noch recht weit abgeschlagen ist. Es produziert mehr als 36 % der
weltweiten Schadstoffemissionen, muss jedoch als Entwicklungsland
nach dem Kyoto-Protokoll seinen CO2-Ausstoß nicht drosseln. Die
Umweltverschmutzung ist für ein stark steigendes Auftreten von
Lungenkrankheiten und Krebs verantwortlich. Der China Human
Development Report 2002 kommt deshalb zum Schluss, dass China am
Scheideweg stehe und sich für eine grüne Reform entscheiden müsse.
Ansonsten drohe die Umweltzerstörung, den erreichten sozialen und
wirtschaftlichen Fortschritt zu behindern oder gar wieder zunichte zu
machen

----------------------------


MFG

Usul


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Usul
Gast in den ödp Forum
23-04-06, 01:54 Uhr (MEZ)
 
9. "Die Zeit steht nicht still.."
 
 
   Die Zeit steht nicht still..

DÜSSELDORF – China steht nach Einschätzung seines stellvertretenden Umweltministers Pan Yue kurz vor einer ökologischen Katastrophe. «China steckt in der Umweltkrise, wir dürfen uns da nichts vormachen», sagte Pan dem «Handelsblatt». In jeder dritten Stadt sei die Luft stark verpestet. 90 Prozent aller Flüsse, die durch Städte fliessen, seien verdreckt, das Wasser nur zum Teil noch als Trinkwasser nutzbar 300 Millionen Bauern hätten inzwischen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser. «Wassermangel und Wasserverschmutzung bedrohen die Wirtschaftsentwicklung, die Stabilität der Gesellschaft und die Gesundheit der Menschen», sagte der Minister, der als «grüner» Vordenker der Regierung gilt.

Grüsse

Usul


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Claus1971 User Bewertung
Mit dabei seit 3-3-05
53 Beiträge, 1 feedbacks, 1 Punkte
17-04-06, 12:00 Uhr (MEZ)
eMail senden Claus1971 Private Nachricht senden an Claus1971 User ProfilFreundesliste  
4. "RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
 
   Hallo AlterDenker, Hallo Usul,

ich möchte euch auf den Blog-Eintrag von Ernst Dorfner (http://sosmoney-edorfner.blogspot.com/) aufmerksam machen vom 3. Februar „Warum die Freiwirtschaft den Zwang zum Wachstums nicht wirklich begründen kann”.

Die Artikel von Dorfner (auch von Gerhard Margreiter http://members.eunet.at/gerhard.margreiter/index.html) finde ich für die Anpassung der Freiwirtschaft an heutige Kreditgeldverhältnisse sehr gut.

Viele Grüße

Claus1971


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Usul
Gast in den ödp Forum
18-04-06, 10:12 Uhr (MEZ)
 
5. "RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
 
   @Claus:

Von "Freiwirte"

http://www.freiwirte.de

http://f23.parsimony.net/forum52169/messages/88209.htm

Grüsse

Usul


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Martin Huber
Gast in den ödp Forum
19-04-06, 08:47 Uhr (MEZ)
 
6. "RE: Warum muss die Wirtschaft derzeit immer wachsen?"
 
 
   Diese Analyse klingt zu pauschal und ist auch in einer verantwortungsbewussten Ökonomie nicht ganz sinnvoll.

Zinsen müssen in jedem Fall sein, um das Risiko eines Ausfalls von Schuldenrückzahlungen auszugleichen. Ohne Zinsen gäbe es auch keine Investitionen in die Zukunft. Wer hätte sonst einen Grund, Konsumverzicht in der Gegenwart zu üben, wenn er nur das Risiko des Kredites zu tragen hätte.

Problematischer ist eher, dass Verlustgeschäfte wie Verbrennung von fossilen Brennstoffen durch immense indirekte Subventionen zu renditekräftigen Geschäften aufgepuscht werden. Solche Subventionen bestehen u. a. in der nicht vorhandenen Haftung für Umweltschäden und der nicht eingeforderten Zukunftsfähigkeit von Investitionen. In ungefähr 200 Jahren Ölvorkommen zu verbrennen, die Millionen Jahre zum Aufbau benötigten, ist nicht zukunftsfähig.

Zukunftsfähige Investitionen stellen zwar heute Schulden dar, sind aber die Einkommen von morgen, also keineswegs verwerflich (sonst dürfte man nicht in Erneuerbare Energien investieren).

Das Phänomen der Zinsen, dass man mehr herausbekommt, als man an Mühen hineingesteckt hat, ist übrigens Kennzeichen der menschlichen Arbeit. Ein Bauer erntet mehr, als er an Arbeit hatte, weil die Sonne das ihre dazu getan hat. Wäre dies nicht der Fall, müsste jeder Mensch rund um die Uhr arbeiten und dürfte keine Energie verschwenden. Denn jede Ruhephase würde Energie kosten, die er später nicht mehr reinwirtschaften könnte, da er ja nur soviel zurückbekommt, wie er hineingesteckt hat.

Martin Huber, ödp-Schnuppermitglied


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Usul
Gast in den ödp Forum
22-04-06, 19:24 Uhr (MEZ)
 
7. "Gewinnbeteiligung statt Zinsen"
 
 
   Imho kann ein Staat auch die Geldschöpfung durch Investition in die produktive Projekte übernehmen (http://www.bueso.de) wie Infrastruktur, wir brauchen keine Geldschöpfung durch Privat-Banken wie die hinter der Federal Reserve Bank (FED) der USA oder der BIZ.

Dieses Kredit ist zinsbelastet.


Ferner:

Es gab im 18. und frühen 19. Jahrhundert katholische Gemeinde-Sparkassen...in kommunaler Selbstverwaltung.

Die gaben zinsfrei Kredite...und wurden zum Ausgleich am aus der Investition erzielten Gewinn der jeweiligen Unternehmer und Geschäftsmänner beiteiligt!

Es geht auch mit Gewinn-Beteiligung, ohne Zins.

http://www.freiwirte.de/

http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/

Grüsse

Usul



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Usul
Gast in den ödp Forum
22-04-06, 19:33 Uhr (MEZ)
 
8. "Es geht auch anders!"
 
 
   http://www.artfond.de/geldseite.htm

http://www.attac.de

http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/

Grüsse

Usul


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