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Die reichen Länder sind die Schuldner der Welt
Florian Rötzer 16.04.2006
Mehrere Erden wären notwendig, wenn alle Menschen den Lebensstil der USA, Großbritanniens oder Deutschlands führen könnten
Es mag als seltsame Frage in einer globalisierten Welt erscheinen, in der die wechselseitige Abhängigkeit der Gesellschaften enorm zunimmt, inwieweit Länder unabhängig vom Rest der Welt mit ihren eigenen natürlichen Ressourcen zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards ihrer Bewohner auskommen. Dahinter steckt die Frage, ob die Menschheit, so wie sie derzeit lebt, einen Raubbau an der Erde betreibt oder so haushaltet, dass die natürlichen Ressourcen sich erholen und auch künftige Generationen von diesen leben können. Die Berechnung solcher Verbräuche und Ressourcen mag hochspekulativ sein, gleichwohl sind die Ergebnisse, die die New Economics Foundation (NEF) in ihrem Bericht The UK Interdependence Report vorgelegt hat, in ihrer Anschaulichkeit frappierend.
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Die reichen Länder sind die Schuldner der Welt
Florian Rötzer
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Leser-Feedback zum Beitrag
16. April 2006 23:10
nur Stellenweise?
waggis (699 Beiträge seit 9.6.04)
Beren schrieb am 16. April 2006 19:10
> Hast Du nachgerechnet? Immerhin versorgt China mit knapp 7% der
> Landfläche jeden fünften Erdbewohner mit Nahrung. Die Umweltbelastung
> ist stellenweise sicher enorm. Doch in ihrer Gesamtheit liegt sie
> weit hinter der Deutschlands. Und dabei haben wir nicht einmal ein
> Zehntel der Einwohner im Vergleich zu China.
Quelle: http://www.biologie.de/biowiki/Volksrepublik_China
Die Umweltverschmutzung in China hat zum Teil verheerende Ausmaße
angenommen. Je nach Studie befinden sich von den zehn schmutzigsten
Städten der Welt sieben bis neun in China. Durch den hohen Anteil von
Kohle als Brennstoff ist die Belastung mit Schwefeldioxid sehr hoch,
der Regen ist in weiten Teilen des Landes sauer. In den letzten
Jahren war der SO2-Ausstoß leicht rückläufig, wohingegen die
Belastung mit Stickoxiden, besonders aus dem Straßenverkehr, stark
zugenommen hat. Das Wachstumspotential an Fahrzeugen ist zudem sehr
hoch. Die Verschmutzung betrifft nicht nur die Städte, auch auf dem
Land wird der Umwelt schwerer Schaden zugefügt. Einerseits befanden
sich die boomenden TVEs die meiste Zeit außerhalb jeglicher
Kontrolle, andererseits wird in der Landwirtschaft die doppelte Menge
an Düngemitteln wie im Weltdurchschnitt verwendet. Das
Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die verschmutzten Äcker
genug Nahrungsmittel für etwa 65 Millionen Menschen liefern könnten.
Etwa die Hälfte der Flüsse ist so verschmutzt, dass sie nicht einmal
die niedrigsten chinesischen Umweltstandards einhalten und nicht
einmal zur Bewässerung benutzt werden können.
Mittlerweile ist China nach den USA der weltweit größte Produzent von
Treibhausgasen, wobei es beim Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen
noch recht weit abgeschlagen ist. Es produziert mehr als 36 % der
weltweiten Schadstoffemissionen, muss jedoch als Entwicklungsland
nach dem Kyoto-Protokoll seinen CO2-Ausstoß nicht drosseln. Die
Umweltverschmutzung ist für ein stark steigendes Auftreten von
Lungenkrankheiten und Krebs verantwortlich. Der China Human
Development Report 2002 kommt deshalb zum Schluss, dass China am
Scheideweg stehe und sich für eine grüne Reform entscheiden müsse.
Ansonsten drohe die Umweltzerstörung, den erreichten sozialen und
wirtschaftlichen Fortschritt zu behindern oder gar wieder zunichte zu
machen
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MFG
Usul