>Hr.Dr.Resch,
>ich halte den >Generationenvertrag
>nicht für einen Konflikt, ich
>sehe darin eine Vereinbarung der
>Solidarität - und nichts >benötigt Der echte Generationenvertrag, wie er seit Jahrtausenden zwischen Eltern und Kindern bestand, ist sicher kein Konflikt, sondern Solidaridät.
Diese Solidarität wurde aber durch die Rentenreform 1957 zerstört, da sie die Jungen verpflichtete, später auch für Leute zu sorgen, denen sie nichts oder nur wenig verdanken. Es war also ein Generationendiktat.
>dieses Land heute so notwendig
>wie eine Wiederbelebung von
>Solidarität.
Das ist richtig. Deshalb muss das bestehende Generationendiktat in einen echten Generationenvertrag umgeformt werden.
>Die umlagefinanzierte Rente, die
>Sie offenkundig für untauglich
>halten, hat Tausende alter
>Menschen nach dem Krieg vor dem
>Nichts gerettet. Sie ist
>inflations- und krisenresistent.
>Alles Vorteile, die ich bei einer
>kapitalgedeckten Rente verliere.
Ich halte die umlagefinanzierte Rente nicht für untauglich. Sie ist aber nur zu rechtfertigen, wenn es eine gleichwertige umlagefinanzierte Sicherung der Kinder gibt. Sicher kam die massive Rentenerhöhung von 1957 den Rentnern zugute. Aber das ging eben zulasten der Kinder und Eltern. Sachlich richtiger wäre eine ausgewogene Besserstellung von Rentnern und Kindern gewesen.
Die Umlagerente kann nur dann krisen- und inflationsresistent sein, wenn es genügend gut ausgebildete Kinder gibt, weil die Kinder das einzige Kapital für die Umlagerente sind.
>Ich habe nichts gegen Leistungen
>für Familien, wenn die ÖDP ein
>tragfähiges Finanzierungskonzept
>vorlegt, nur zu.
Solange es kein Finanzierungskonzept für Kinder gibt, lässt sich auch die Finanzierung der Umlagerenten nicht rechtfertigen. Schließlich sind die Kinderkosten der Preis für die Umlagerenten. Wer Kinder nicht finanzieren will, darf von ihnen auch keine Rente fordern.
>Aber warum muß dies von
>vornherein im Gegensätz zu den
>erworbenen Ansprüchen der >älteren
>Generation stehen? Auch die >Alten sind ein Teil der Familie.
Welche Ansprüche der älteren Generation sind "erworben"?
Im Umlageverfahren können die Voraussetzungen für künftige Renten nur durch Kindererziehung geschaffen werden, weil Kinder das einzige Kapital des Umlageverfahrens sind. Da aber nur noch zwei Drittel Kinder erzogen werden, müssen auch die "erworbenen" Ansprüche der Rentnergemeinschaft auf zwei Drittel sinken. Nach Adam-Riese ist das nicht anders möglich.
>Die Rentner von heute haben die
>Grundlagen des Wohlstands von
>heute geschaffen,
Aber viele haben leider zu wenig für die Zukunft vorgesorgt. Sie haben weniger Kinder erzogen, aber das gesparte Geld verbraucht statt damit ihr Alter zu sichern.
Alterssicherung ist aber nicht anders möglich als durch Kindererziehung oder das Sparen von Kapital.
>ohne die
>heutige Rentnergeneration wäre
>unser Lebensstandard nicht
>vorstellbar - und diese
>Generation hat bei weitem nicht
>die Privilegien und >Möglichkeiten
>genossen, wie sie viele heute für
>selbstverständlich erachten.
Auch das ist sehr einseitig. Nach dem Krieg lag der Beitrag für die Rentenversicherung bei 10% und für die Krankenversicherung bei 8%. Heute werden von den Erwerbstätigen 20% für die RV und bis zu 16% für Kranken- und Pflegeversicherung gefordert. Heutige Erwerbstätige werden also etwa doppelt so stark belastet wie frühere.
>Und
>die Großeltern vieler Familien
>würden sich lieber selbst etwas
>antun, als ihre Kinder und Enkel
>"auszuplündern", vielmehr kenne
>ich viele Beispiele, wo gerade
>die ältere Generation ihrer
>Familie sowohl mit Rat und Tat,
>als auch finanziell unter die
>Arme greift.
Das ist richtig. Aber es zeigt ja auch, dass heute Ältere meist mehr Geld haben als junge Familien. Aber es gibt ja auch immer mehr Rentner, die keine Großeltern sind. Die haben in der Regel noch wesentlich mehr Geld als Großeltern. Von ihnen kommt aber keine Unterstützung junger Familien.
>Alt-Bundespräsident hat mit
>seinen Äußerungen provoziert,
>offenkundig versucht, die
>Gesellschaft zu spalten. Lese >ich
>jüngste Umfragen, finde ich mit
>Erleichterung, daß die Mehrheit
>der Deutschen seine Ansichten
>ablehnt. Ehrlich gesagt, halte
>ich dieses Verhalten eines
>Alt-Bundespräsidenten für
>unwürdig, seine Rolle sollte die
>eines Integrators, nicht eines
>Spalters sein.
Nicht Herzog hat die Gesellschaft gespalten, sondern Adenauer durch seine extrem familienfeindliche Gesetzgebung. Die von Ihnen zitierten Umfragen zeigen ja gerade, wie Recht Herzog hat. In den Umfragen kommen doch die Interessen der Rentner viel stärker zur Geltung als die der Kinder. Rentner gehören eben zu den Befagten, Kinder aber nicht.
>Wenn Sie, Hr.Dr.Resch, die
>offizielle Parteilinie der ÖDP
>vertreten, dann frage ich, was
>für Werte die ÖDP vertritt?
>Stehen Sie auf Seiten der
>Individualisten und >Neoliberalen,
>evtl. mit ein paar Bonbons für
>Umweltschutz und Familien, die
>eine andere Republik des "freien"
>Marktes anstreben oder stehen >Sie
>für eine solidarische
>Gesellschaft, die integriert
>anstatt zu spalten?
Die ödp vertitt die Werte der Leistungsgerechtigkeit und der Nachhaltigkeit. Dazu gehört die Wiederherstellung der Solidarität zwischen den Generationen, die durch die Rentenreform von 1957 tiefgreifend zerstört wurde. Mit Neoliberalismus hat das nichts zu tun. Auch die Neoliberalen sind ja blind für den durch Adenauer erzwungenen Generationenkonflikt.
Sicher ist es für eine Partei aus wahltaktischen Gründen bequemer, sich für die Vorrechte der Rentner einzusetzen statt für die Rechte der Kinder und Eltern. Aber das ist ja gerade der Populismus der großen Parteien, von dem sich die ödp unterscheidet. Wer den Anspruch auf eine zukunftsfähige Politik erhebt, darf die Rechte von Kindern und Familien nicht vernachlässigen, wie das alle heute im Bundestag vertretenen Parteien tun.